Osteopathie für Mütter,Säuglinge und Kleinkinder

Was ist Osteopathie eigentlich genau?
(Beitrag in familie.de)Wie Osteopathie Babys hilft

Immer mehr Eltern suchen für ihre Babys Hilfe in der Osteopathie. Denn diese ganzheitliche Therapieform heilt ohne Medikamente – einzig durch die Kraft der Hände. Einer der Gründe, warum Osteopathie eine für Babys optimale Form der Therapie ist. „Osteopathie ist eine sehr sanfte Behandlungsmethode, die die körpereigenen Selbstheilungskräfte nutzt und vor allem bei funktionellen Beschwerden helfen kann – häufig auch bei solchen, für die es keinen klaren körperlichen Befund gibt. Das macht die Heilmethode gerade für Kinder so attraktiv“, erklärt Torsten Liem, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Kinderosteopathie sowie Autor mehrerer Bücher zum Thema.

Die von dem amerikanischen Arzt Andrew Taylor Still (1828–1917) begründete Heillehre ‚Osteopathie‘ basiert auf der Vorstellung, dass der menschliche Körper eine Einheit bildet. Alle seine Strukturen – Knochen, Gelenke, Gewebe oder Organe – sind in ständiger Bewegung und im Idealfall harmonisch miteinander verbunden. Ist das Zusammenspiel an einem Punkt gestört, hat das Auswirkungen auf den Rest des Gebildes: Der Bewegungsfluss gerät aus dem Gleichgewicht, Krankheitssymptome entstehen. „Aufgabe des Osteopathen ist es, Gewebespannungen und Bewegungseinschränkungen der Strukturen über die Hände wahrzunehmen und zu korrigieren

Osteopathen kennen die Anatomie und Physiologie genau

Mit esoterischem Handauflegen hat Osteopathie nichts zu tun. Grundlage sind vielmehr genaue Kenntnisse der menschlichen Anatomie und Physiologie. Sie ermöglichen es dem Osteopathen, kleinste Spannungen im Gewebe aufzuspüren. Mithilfe manueller Techniken versucht er dann, die Selbstheilungskräfte zu mobilisieren und so Blockaden zu lösen.

Der enge Geburtskanal kann Babys verschieben

Bei Babys und Kleinkindern sind solche Dysfunktionen oft Folge von Schwangerschaft oder Geburt. Denn hier wirken enorme Kräfte auf den kleinen Körper ein, insbesondere auf den Hals und Kopfbereich. So kann die Enge im Geburtskanal zu einer Verschiebung der Schädelknochen oder der oberen Halswirbel führen. Gefäße und Nerven können eingeengt werden und verschiedenste Symptome auslösen. Schiefhals, Saug- und Schluckstörungen, Koliken, Schlafprobleme oder häufiges Schreien sind typische Beschwerden, bei denen Osteopathie helfen kann.“

Die Osteopathie kennt ihre Grenzen

Osteopathie versteht sich als Ergänzung zur Schulmedizin. Als ganzheitliche Methode kennt sie ein breites Behandlungsspektrum, hat aber auch klare Grenzen: „Überall dort, wo Gewebe zerstört ist und die Selbstheilungskräfte nicht ausreichen, kann Osteopathie nicht helfen“, sagt Torsten Liem. Bei akuten Erkrankungen sollte man immer erst zum Kinderarzt gehen. Denn nicht jeder Osteopath hat einen schulmedizinischen Hintergrund. Und obwohl Ärzte und Osteopathen heute vielfach Hand in Hand arbeiten – wissenschaftlich bewiesen ist die Wirksamkeit der Methode bislang nicht. „Vieles beruht auf Erfahrungswissen. Da steht die Osteopathie erst am Anfang“, so der Therapeut. Dem kleinen Ole konnte er helfen: Schon nach der ersten Behandlung wurde der Säugling ausgeglichener.

Jedes Baby zum Osteopathen

Experten raten zu einem vorbeugenden Check. „Wir empfehlen, jedes Baby in den ersten vier Wochen nach der Geburt osteopathisch untersuchen zu lassen“, so der Kinderosteopath. Denn nicht jede Störung mache sich sofort bemerkbar. „Manche verkörperlichen sich erst im Laufe des Wachstums und sind dann schwerer therapierbar. Je früher Funktionsstörungen oder Blockaden erkannt werden, desto leichter kann man sie korrigieren und so unter Umständen späteren Entwicklungsstörungen vorbeugen.“ Kinder reagieren meist schnell auf die sanften Heilimpulse. Babys benötigen oft nur eine bis zwei Sitzungen. <

Weitere Anwendungsgebiete:

  • Spucken (übermäßiges)
  • Stillprobleme
  • Bevorzugte Lieblingsseite – z. B. Kopf dreht immer in eine Richtung, KISS-Syndrom
  • Überstrecken im gesamten Körper
  • Entwicklung verzögert
  • Verdauungsbeschwerden
  • „Schrei“-Kinder
  • Schwere Geburten, Kaiserschnitt, Sternengucker, Steißgeburten
  • Mehrlingsgeburten
  • Kopfasymmetrien
  • Kindliche Skoliosen
  • Konzentrationsstörungen, andere Verhaltensauffälligkeiten
  • Probleme beim Schlafen, Nykturie (nächtliches Wasserlassen)
  • Hüftdysplasien
  • Sprachprobleme

Mütter und Schwangere mit folgenden Beschwerden:

  • Rücken-/Nackenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Schambein-/Symphysenschmerzen
  • Schulterschmerzen durch Tragen des Säuglings
  • Karpaltunnelsyndrom
  • Schwere Geburten, Kaiserschnitt

Osteopathen im Raum Bielefeld/ OWL:

Warum wickeln Eltern ihre Babies mit Stoffwindeln?

Eltern möchten grundsätzlich das Beste für ihr Baby und machen sich viele Gedanken darum, wie sich das umsetzen lässt. Neben der Ernährung, den Impfungen und dem Schlafverhalten ist ein großes Thema das Wickeln.
Es soll möglichst angenehm für Eltern und Kind sein, gesund und umweltverträglich und natürlich praktisch. Die Alternative zu den Wegwerfwindeln sind verschiedenste Stoffwindel-Systeme.

Vorteile

Stoffwindeln sind…

  • atmungsaktiv und sanft zur Babyhaut
  • weich und angenehm
  • frei von Chemikalien/ Giftstoffen (z.B. Superabsorber)
  • sind, wenn die Überhose aus PUL besteht, auslaufsicher
  • schützen vor wundem Po
  • gibt es auch ohne Plastik (Überhose aus Wolle)
  • lösen seltener Allergien aus
  • umweltfreundlich (weniger Müll, Rohmaterialien, weniger Zellstoff/Plastik/Öl)
  • weniger Frischwasserverbrauch als für die Herstellung von Wegwerfwindeln
  • helfen beim schnelleren Trockenwerden des Kindes
  • sind heutzutage genauso einfach und praktisch zu handhaben wie Wegwerfwindeln
  • „wachsen“ länger mit

Ähnlich wie bei den Babytrage-Möglichkeiten gibt es ein großes Angebot auf dem Markt. Aus diesem Grund gibt es mittlerweile Stoffwindel-Beratung.

In Bielefeld macht das in kompetenter Weise Julia Rose: 

Stoffwindel-Beratung: julia-wickelt.de

Schmerzen beim Stillen – ist das normal?

Nein, es ist nicht normal, wenn das Stillen über einen längeren Zeitraum
hinweg schmerzhaft bleibt.

96 % der Mütter klagen heute  zu Beginn der Stillzeit über eine Empfindlichkeit der Brustwarzen und etwa 1/3 der Mütter hat in den ersten Tagen nach der Geburt wunde Brustwarzen. Dies sollte aber wirklich nur eine leichte Empfindlichkeit in den ersten 2–3 Tagen nach der Geburt sein, die nach ein paar Tagen (maximal 1 Woche) wieder vergeht.

Heftige Schmerzen und wunde, blutige Brustwarzen können nicht zum Stillen dazu gehören. Sonst würde es heute nicht mehr rund 5500 verschiedene Säugetierarten geben, zu deren Ordnung der Primaten (Herrentiere) auch wir Menschen gehören. Wahrscheinlich hätten schon die ersten Säugetiere vor 225 Millionen Jahren nicht überlebt und wären gleich wieder ausgestorben, denn keine Tiermutter würde es lange ertragen, sich gegen ihren Instinkt und ihre Reflexe von ihren Jungen die Zitzen unter Schmerzen blutig saugen zu lassen.

Das bedeutet für die Stillende: Die Brustwarzen sollten auf keinen Fall beim oder nach dem Stillen schmerzen, bluten, gerötet oder geschwollen sind. Auch sollten sie keine Blutergüsse, Hautabschürfungen, Bläschen, Einrisse oder krustige Beläge aufweisen. Ebenfalls sollten weder die Milchgänge noch die Brüste selber schmerzen.
Wenn das jedoch der Fall ist, hat es eine Ursache, die behoben werden kann.

In vielen Fällen kann kann eine Stillberatung dazu beitragen, dass das Stillen für Mutter und Kind ein angenehmes und schönes Erleben wird!
Mit Ihnen gemeinsam gehe ich auf die Suche nach den Ursachen für Ihre Schmerzen und den Möglichkeiten, diese abzuschalten.

 

Babybauchtöne – Was bewirken Musik, Bewegung und Singen bei Mutter und Baby?

Mamas Stimme ist am schönsten, das Kind saugt schneller, wenn es die Stimme der Mutter hört; auch die Herzfrequenz spricht auf die Stimme der Mutter an; das deutet man als Zeichen der Wiedererkennung. Ein Kind, das in einem Umfeld heranwächst, in dem die Stimme ganz natürlich eingesetzt und in dem gesungen wird, erhält den Nährboden für das sich aufbauende Selbstvertrauen zur eigenen Stimme.

 

 

Je früher und intensiver wir mit Musik in Berührung kommen, desto stärker prägt sie sich uns ein und wird zu einem natürlichen Ausdrucksmittel. Singen ist Ausdruck von Freiheit. Gemeinsames Singen gibt uns Kraft, denn in dem Moment, in dem wir singen (insbesondere in Gruppen), fühlen wir uns stärker — fühlen wir uns aufgehoben. Singen bringt Spaß und Abwechslung in den Familienalltag — und verbindet Generationen!

 

 

Auf das ungeborene Kind wirkt die Stimme der Mutter anregend und zugleich beruhigend, vertraut.
Aber auch auf die Mutter wirkt sich das Singen positiv aus — und es festigt die Beziehung zwischen der Mutter und ihrem Kind.
Wissenschaftler der unterschiedlichsten Fachgebiete gelangen zu immer mehr Erkenntnissen darüber, wie wichtig die Stimme der Mutter für das Kind ist und wie viel von außen bereits beim Kind im Mutterleib ankommt. Der Pulsschlag der Mutter — mit Haut und Haar vom Embryo miterlebt — bildet die Basis eines entstehenden Rhythmusgefühls und ist zugleich die erste und die konstanteste Erfahrung des werdenden Fötus.

 

Wie weit und aufnahmefähig die Sinnesorgane sind, wie stark das Gehirn bereits beginnt sich zu vernetzen und wie sich Wiederholung und wiederkehrende Muster auf das sich bildende Gehirn des Kindes auswirken — noch weiß man lange nicht alles, aber täglich finden wir mehr heraus, zum Beispiel darüber, wie viel früher die Mutter-Kind-Bindung beginnt, als man bisher angenommen hatte.
Das Kind (er-)kennt den Geruch der Mutter bereits lange vor der Geburt. Auch ihre Stimme und die darin liegenden verschiedenen Emotionen der Mutter werden bereits vor der Geburt wahrgenommen, erlernt und es wird entsprechend darauf reagiert.
Die Stimmung, der emotionale Zustand der Mutter, überträgt sich unmittelbar auch auf das Kind im Mutterleib. Bei der Behandlung von Frühchen wird die Stimme der Mutter einbezogen, denn das Kind gedeiht und wächst so besser, seine Herztöne werden regelmäßiger und es beruhigt sich deutlich spürbar. Für die werdenden Mütter — und Väter — ist es schön, auf diese Weise mit ihrem Kind schon einmal in Kontakt zu treten. Und es ist schön, die werdenden Eltern dabei zu unterstützen und die positiven Auswirkungen selbst mit zu erleben.

 

Musik ist Leben! 

 

 

 

Quelle: Ifem-Babybauchtöne-Konzept

 

 

 

 

Buchtipp: Die neue Elternschule von Margot Sunderland

Buchbeschreibung auf Amazon:

Geschrei, Trotzanfälle und Geschwisterrivalitäten – all diese Herausforderungen des Elterndaseins zu meistern, ist nicht immer einfach. In diesem Elternratgeber erklärt die Kindergesundheits-Expertin Margot Sunderland, wie Sie eine harmonische Beziehung zu Ihren Kindern aufbauen und Sie durch eine liebevolle Erziehung stark fürs Leben machen.
Finden Sie die richtige Balance aus Wärme, Zuneigung, Erziehung und Förderung Ihres Kindes. Denn sowohl häufiger Körperkontakt als auch eine liebevolle Erziehung von klein auf können die gesunde Entwicklung Ihres Kindes sowie seine soziale Intelligenz maßgeblich beeinflussen. Dieser Erziehungsratgeber erklärt mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und anhand von praxisnahen Fallbeispielen den Zusammenhang zwischen frühester Kindererziehung und der seelischen Gesundheit von Kindern.
Die fundierten Expertentipps zielen dabei auf ein besseres Verständnis der sozial-emotionalen Bedürfnisse in den Gehirnen von Kindern ab. Mit dieser wissenschaftlich untermauerten Grundlage für die Erziehungsmethoden des 21. Jahrhunderts lernen Sie von Grund auf, Ihre Kinder mit Liebe zu erziehen und Ihnen den Weg für ein zufriedenes und glückliches Leben zu ebnen.

Meine Meinung:

Mir persönlich gefällt an dem Buch besonders gut, dass die Intuition, das Bauchgefühl vieler Eltern wissenschaftlich bestätigt wird. Durch verschiedene Studien ist belegt, was Eltern eigentlich „aus dem Bauch heraus richtig“ machen würden, wenn man sie nur ließe. Liebevolle Zuwendung, Verwöhnen der Babies, im Elternbett schlafen, das Baby nicht schreien lassen, all das wird den Eltern als „richtig“ bestätigt.
Viel Spaß beim Lesen!

Buchtipp: „Artgerecht – das andere Babybuch“ von Nicola Schmidt

„Sich auf ein Baby zu freuen und vorzubereiten, kann wahnsinnig viel Spaß machen. Kleine Bodys shoppen, ein süßes Kuscheltier aussuchen, eine praktische Wickelkommode kaufen – alles cool. Mit riesiger Kugel und dicken Beinen zwischen lauter Babymatratzen oder Kinderwagen zu stehen und den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen, kann einen jedoch auch schier wahnsinnig machen. Brauchen wir das alles? Und was braucht so ein Baby eigentlich wirklich im ersten Lebensjahr? Das neue Buch von Nicola Schmidt sagt: Gar nicht viel! Und das tut so gut und liest sich so erhellend, dass ich diese Lektüre allen Erstmüttern und jenen, die beim zweiten Kind ganz viel ganz anders machen würden, unbedingt empfehlen will…“  Hier geht es weiter zur Buch-Rezension

„Wie lange stille ich mein Baby?“ Was bedeutet hierzulande „Langzeitstillen“?

Eine Stillbeziehung ist etwas sehr persönliches und individuelles und somit keinen Regeln unterworfen. Jede Mutter sollte sich für den Weg entscheiden können, mit dem sie und ihr Baby sich wohl fühlen. Es besteht immer wieder die Möglichkeit, neu und den jeweiligen, aktuellen Bedürfnissen entsprechend zu entscheiden. Zu einer Beziehung gehören Zwei, was bedeutet, der Wohlfühlfaktor sollte für Mutter und Baby gelten!

„Wie lange also stille ich mein Baby?“

Diese Frage stellen sich alle Mütter und die Entscheidung ist abhängig von vielen verschiedenen Faktoren:

  • von eigenen Erfahrungen, Erwartungen, eigenem Wissen,
  • vom Instinkt und Selbstbewusstsein der Mutter,
  • vom Einfluss des persönlichen Umfelds (z.B. der eigenen Schwieger-/ Mutter),
  • vom Vertrauen in den eigenen Körper,
  • von der Einstellung des Partners,
  • von gesellschaftlichen Normen,
  • von der gesundheitlichen/ medizinischen Sicht,
  • von der WHO Empfehlung,
  • von wissenschaftlichen Studien,

um nur einige Aspekte zu nennen.


 

Stillen im Kleinkindalter  oder „Langzeitstillen“

Die gesellschaftlich akzeptierte Stilldauer hierzulande beträgt ca. 12 Monate; ein laufendes, sprechendes Kind gehört nach weit verbreitetem Empfinden nicht mehr an die Mutterbrust. Vor ca. 150 Jahren wurden Kinder bist zu 2 Jahren und länger selbstverständlich gestillt, denn die lange mit Muttermilch ernährten Kinder starben seltener.
Die WHO empfiehlt heutzutage das Vollstillen bis zum 6. Lebensmonat und darüber hinaus bis zum 2. Geburtstag, damit ein optimales Gedeihen des Kindes gegeben ist.

Der Begriff „Langzeitstillen“ impliziert, dass eine Stillzeit über das 1. Lebensjahr hinaus nicht der Norm entspräche und für Mutter und Kind nachteilig sei. Die offiziellen Empfehlungen zu Beikost und weiteren Ernährung des Babys erwecken den Eindruck, dass ein Kind zu seinem 1. Geburtstag abgestillt sein sollte.
Die länger stillenden Mütter geraten unter Druck, müssen sich rechtfertigen und verteidigen, fühlen sich verunsichert und entscheiden sich manchmal dafür, heimlich weiter zu stillen. Das längere Stillen geht übrigens meistens vom Kind aus, indem es z.B. die Beikost auch nach dem 6. Lebensmonat verweigert und entsprechend seinen angeborenen Bedürfnissen weiterhin nach der Muttermilch verlangt. Damit verhält es sich so, wie es seit über 2 Mio. Jahren der physiologischen Norm der Menschheit entspricht.


Positive Aspekte des längeren Stillens:

  • Gesundheit:
    Muttermilch (im folgenden MM) enthält viele immunaktive Inhaltsstoffe; diese nehmen im 2. Lebensjahr und während des Abstillprozesses sogar zu ⇒ Schutz vor Infektionen, gerade auch dann, wenn das Kleinkind beginnt, die Welt selbständig zu erobern. Kleinkinder zwischen 16-30 Monaten werden seltener krank, die Erkrankungen dauern kürzer, der Schweregrad (z.B. bei Asthma ist niedriger), es treten seltener chronische Erkrankungen wie Diabetes, Zöliakie, Krebs, Übergewicht auf. Außerdem wird der Entstehung von Allergien vorgebeugt.
  • Nährstoffversorgung:
    Das Kind wird über die MM mit vielen wertvollen Nährstoffen, Vitaminen, Proteinen, Mineralstoffen und Fetten versorgt  ⇒ das bedeutet, dass es z.B. wenn es ein „schlechter Esser“ ist oder bei einer Fieber-oder Durchfallerkrankung 15-25% mehr Energiezufuhr erhält, nicht so leicht dehydriert und schneller gesundet als ein nicht gestilltes Kind.
  • Psycho-soziale Entwicklung:
    Das Stillen von älteren Kindern bedeutet für diese zunehmend Sicherheit, Nähe, Trost, Beruhigung und hält die enge Mutter-Kind-Beziehung stabil, während das Kind gleichzeitig immer selbständiger wird und und selber die Häufigkeit der Nähe zur Mutter steuert, was ihm Selbstvertrauen vermittelt. Man hat festgestellt, dass länger gestillte Kinder weniger psychische Probleme bekommen, besser mit Stress umgehen können, seltener eine Aufmerksamkeitsstörung entwickeln und höhere Sozialkompetenzen aufweisen.
  • Intelligenz, Leistungen in der Schule: Studien belegen einen höheren IQ bei langgestillten Kindern, belegen sogar die Dosisabhängigkeit der Auswirkungen (je länger ein Kind gestillt wurde, desto höher der IQ).
  • Suchtprävention:
    Nur nicht erfüllte kindliche Bedürfnisse haben ein mögliches Suchtverhalten zur Folge. Aus diesem Grund ist (längeres) Stillen geeignet zur Suchtprävention (die Studie von Sörensen, Mortensen von 2016 belegt, dass das Abstillen vor dem 2. Lebensmonat die Gefahr einer späteren Alkoholabhängigkeit um 50% erhöht).
  • Die mütterliche Gesundheit:
    Das Risiko an Brustkrebs, Diabetes Typ 2, Bluthochdruck, Hypercholesterinämie, Herzinfarkt, Schlaganfall, Osteoporose, Arthritis und Krebs zu erkranken, sinkt durch das Stillen (die Stilldauer beeinflusst die gesundheitlichen Auswirkungen).
    Dazu kommen die Gewichtsabnahme durch den Energieverbrauch für das Stillen und das verlängerte Ausbleiben der Monatsblutung (Blutverlust geringer).

 

Wahrscheinlich begegnen Ihnen zahlreiche Vorurteile, wenn Sie länger stillen wollen.
Mit folgenden Informationen können Sie diese widerlegen:

  • Das Vorurteil: „Ab dem 6. Monat ist das Risiko durch Schadstoffe in der MM größer als die Vorteile des Stillens“

Gegenargumente: Seit über 20 Jahren ist der Schadstoffgehalt in der Mutternilch kontinuierlich gesunken. WHO und nationale Stillkommission empfehlen das uneingeschränkte Stillen bis zum 6. Lebensmonat und sehen keinerlei gesundheitliches Risiko das Kind, auch nach der Beikosteinführung, weiter zu stillen, solange Mutter und Kind dies wünschen. Die Vorteile des Stillens nehmen mit der Stilldauer sogar zu. Nichtstillen dagegen trägt zur Schadstoffbelastung der Umwelt bei (Produktion, Transport der künstlichen Babynahrung, Herstellung und Reinigung von Saugern, Flaschen, Zubehör, Verpackung, Müllentsorgung).

  • Das Vorurteil: „Die Autonomieentwicklung des Kindes wird durch langes Stillen verhindert.“

Gegenargumente: Durch eine lange, stabile Stillbeziehung haben sich Urvertrauen und innere Sicherheit beim Kind gut entwickelt. Die konsequente, zuverlässige, adäquate Erfüllung seiner Bedürfnisse sorgt für Selbstständigkeit, weniger Trennungsängste und das Wegfallen von Übergangsobjekten wie Schnuller, Schmusedecke oder Kuscheltier.

  • Das Vorurteil: „Die Zusammensetzung MM verändert sich im Laufe der Wochen und hat dann keinen Nutzen mehr.“

Gegenargumente: Genau das ist der Vorteil der MM, dass sie sich ständig verändert, sich dem Bedarf des Kindes anpasst und bis zum Ende der Stillzeit ein hochwertiges Nahrungsmittel bleibt. Gestillte Kinder sind auch nach Einführung der Beikost besser mit Kalorien und Nährstoffen versorgt als nicht gestillte.

  • Das Vorurteil: „Das Kind wird verwöhnt.“

Das Gegenargument: Man kann Säuglinge nicht verwöhnen. Kinder entwickeln erst ab der Mitte des 2. Lebensjahres eine Vorstellung des eigenen Ichs und können somit andere Personen noch gar nicht manipulieren.

  • Das Vorurteil: „Eigennutz und Egoismus der Mutter: Sie klammert und bindet das Kind an sich.“

Gegenargumente: Es ist gar nicht möglich ein Kind zum Stillen zu zwingen (siehe Stillstreik, Brustverweigerung, selbständiges Abstillen), es muss schon von sich aus an der Brust trinken wollen. Oft plant die lang stillende Mutter dieses gar nicht, das Baby verweigert vielleicht die Beikost und möchte weiter gestillt werden, so dass das lange Stillen vom Baby ausgeht. Die Mutter erkennt das Bedürfnis und stillt weiter, bis das Kind von sich aus signalisiert, dass es die Brust nicht mehr braucht.

  • Das Vorurteil: „Der Vater ist benachteiligt und wird ausgeschlossen.“

Gegenargumente: Der Vater hat viele Möglichkeiten, sich intensiv mit dem Baby zu beschäftigen und eine Beziehung aufzubauen, auch wenn er es nicht nähren kann. Manchmal reagieren Männer etwas eifersüchtig, da die Mutter oft die meiste Zeit mit dem Baby verbringt. Wenn der Vater dann aber zuhause ist, kann er mit seinem Kind schmusen, baden, wickeln, spielen,spazieren gehen (häufig auch gerne im Tragegurt oder -tuch); für die Mutter bedeutet das oftmals eine Entlastung. Stillen und auch längeres Stillen ist nur möglich, wenn es der Vater als wichtigster Unterstützer mitträgt.

  • Das Vorurteil: „Stillen ist anstrengend und eine Belastung für die Mutter“

Gegenargumente: Stillen soll die Mutter auszehren, doch in der Schwangerschaft werden extra Fettreserven für die Stillzeit angelegt. Außerdem kann  die Mutter über eine ausreichende und gesunde Ernährung  alle benötigten Nährstoffe und genügend Kalorien zu sich nehmen. Sinnvoll ist auch, wenn die Frau jede Unterstützung für den Alltag annimmt, die sie bekommen kann, wenn es sich für sie richtig anfühlt.

  • Das Vorurteile: „Langes Stillen führt zu Karies“

Gegenargumente: Die Ursachen für Karies sind multifaktoriell, aber Muttermilch ist sicher nicht die Ursache für Karies, denn den Menschen gibt es schon seit ca. 100.000 Jahren, Karies aber erst seit 8000 Jahren. Beim Stillen werden die Zähne nicht ständig von Muttermilch umspült, das ist beim Trinken aus der Flasche anders. Außerdem ist MM nicht kariogen, weil sie nur Laktose enthält und zudem Immunstoffe gegen das Bakterium Streptococcus mutans, das verantwortlich für die Entstehung von Karies ist.


Dazu passt übrigens der Filmbeitrag auf ARTE: „Wunder Muttermilch“


Links zu dem Thema:

„Das Natuerliche Alter zum Abstillen“ – Katherine Dettwyler PhD

„Vorteile des Stillens von laenger als sechs Monaten“ – Katherine Dettwyler PhD

„Ein Kleinkind stillen – warum um alle Welt!“ – Jack Newman MD FRPCP

„Warum laenger als 4-6 Monate stillen“

„Hat die Brust eine biologisch vorprogrammierte sexuelle Funktion?“

 

 

 

„Aller Anfang ist schwer?“ – Warum der Stillstart häufig nicht gut klappt…

Stillen ist gar nicht schwer! Es wird Ihnen als frisch gebackene Mutter nur leider oftmals schwer gemacht durch:

  • Mangelnde oder falsche Unterstützung direkt nach der Geburt
  • Fehlinformationen und hartnäckige „Ammenmärchen“
  • Fehlende Vorbilder (unsere Mütter haben oft kurz bzw. gar nicht gestillt und wir erleben viel zu wenig Stillende in unserem Alltag)
  • Mangelndes Vertrauen in den eigenen Körper, das noch durch inadäquate Bemerkungen von außen gefördert wird…
  • Vorschnellen Einsatz von (meist überflüssigen) Stillhilfsmitteln wie Brusthütchen, Milchpumpe, Saugern oder Fläschchen
  • Mangelnde Zeit, Geduld, Empathie des begleitenden Fachpersonals; es fehlt an aktivem Zuhören und sensibles Eingehen auf die Bedürfnisse der jungen Mütter
  • Verwirrung und Unsicherheit auslösende, verschiedene und häufig sich widersprechende Informationen (auch vom Fachpersonal)
  • Leidvolle oder gar traumatische Geburtserlebnisse
  • Die fehlende Wochenbett (Schon-) zeit
  • Durch Ungeduld
  • …?

Dabei ist Stillen gar nicht kompliziert, sondern eine der natürlichsten und schönsten Sachen der Welt.

Wenn es anders wäre, hätte die Natur es nicht besonders klug eingerichtet, um das Überleben der Menschheit (und der anderen Säugetiere) zu sichern. Schauen wir uns im Tierreich um, so stellen wir fest, dass keine der Tiermütter einen Kurs zum Stillen oder eine Stillberatung braucht – sie macht es einfach. Und genauso war es auch noch bei unseren Vorfahren vor vielen Generationen.

Was eine schwangere Frau bzw. frischgebackene Mutter wissen sollte, damit es gar nicht erst zu Verwirrungen und Unsicherheiten kommt, das erfahren Sie bei mir im Geburtsvorbereitungskurs und in der Stillberatung…
Je eher Sie sich bei Problemen Hilfe holen, desto schneller werden Sie diese in den Griff bekommen. Auch wenn Sie zufüttern oder gar schon komplett abgestillt haben, dieses aber gerne ändern möchten, haben Sie eine gute Chance zum Vollstillen zu kommen. Es braucht eine Portion Mut, Geduld und Ruhe, dahin zu gelangen. Wir Menschen sind ja schließlich keine Maschinen, die auf Knopfdruck funktionieren.

Buchtipp: „Rotz, Trotz & Kreischalarm: Der Weg zu einer gelassenen Mutterrolle“

Ein wunderbarer Ratgeber, kompetent und mitten aus dem Leben gegriffen,
geschrieben von Sarah Niedermeier

Bild Buch (2)

Beim Lesen kamen viele Erinnerungen an meine eigene Mutter-Anfangszeit zurück. Damals wäre ich dankbar für ein solches Buch gewesen! Frau Niedermeier beschreibt Erfahrungen, Situationen und den Umgang mit den täglichen Dingen des Familienalltages in authentischer Weise, angereichert mit vielen praktischen Tipps. So kann sich jedes Elternpaar auswählen, was es für sich gebrauchen kann.

Die Autorin trifft ziemlich genau das, was ich den werdenden und gewordenen Müttern vermittele. Sich auf sein Gefühl zu verlassen und sich damit ernst zu nehmen, für sich zu sorgen, sich in die Position des Kindes zu versetzen, nicht in den Wettstreit mit anderen zu gehen…und das alles den Kindern vorzuleben.

Meiner Ansicht nach eine wirklich sinnvolle und hilfreiche Investition!

Hier der Link zum Buch

 

Leseprobe:

Vor drei Jahren ist Maries Tochter Fiona auf die Welt gekommen. Die 30-Jährige beschreibt, wie für sie das Mutterdasein als Ehefrau, Schwiegertochter, Freundin, Psychologin und Tochter ist. Sie schildert ihre Erfahrungen, Erkenntnisse und Erlebnisse und beweist ganz offen, dass Elternsein zugleich unbeschreibliches Glück, aber auch eine absolute Herausforderung ist. Zwei Jahre nach Fionas Geburt bekommt Marie erneut Nachwuchs und zeigt, wie sich die neuen Veränderungen im Familiensystem anfühlen. Immer auf der Hut gute Eltern zu sein, versucht sie zusammen mit ihrem Mann Ralph ihren Kindern einen guten Start ins Leben zu bieten. Doch im Alltag, unter Zeitdruck oder in stressigen Situationen kommt es manchmal zu Verhalten, das Marie dann später bereut. Eltern sind halt auch nur Menschen, die Fehler machen dürfen. Ganz offen zeigt Marie, dass keine Frau als Mutter geboren wird, wie sich der Rest der Welt ins Elterndasein einmischt, wie Mütter miteinander in Wettkämpfe treten, wie man dauernd wegen Krankheiten und Impfungen zum Kinderarzt rennt und wie die ganze Last der Mutterrolle auf ihren Schultern liegt und sie das trotz allem gut bewältigt. Jede Mutter macht Fehler, keine ist perfekt. Man wächst mit seinen Aufgaben…

Autorin:
Sarah S. Niedermeier, Jahrgang 1988, arbeitete vor ihrer Elternzeit als Psychologin in einer Klinik. Nun genießt sie ihr Mutterdasein mit ihren beiden Kleinkindern. In familienfreien Minuten ist sie freiberuflich als Coach und Beraterin tätig und promoviert im Bereich der emotionalen Kompetenz. Zufällig gibt es in ihrem Leben viele Parallelen zu Maries Geschichten… Voller Ehrlichkeit und Emotionalität verarbeitet die Autorin, die mit ihrer Familie in Würzburg lebt, Alltägliches aus ihrem Familienleben.

Vorwort

In dem Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder von 0 bis 10 Jahren der hessischen Landesregierung haben mich folgende Sätze über den gesellschaftlichen Wandel und den Umgang mit Kindern sehr beeindruckt:

„Die Welt, auf die hin wir unsere Kinder bilden und erziehen, unterliegt einem permanenten Wandel. Der gegenwärtige Wandel ist weit mehr als nur ein Übergang von der Industrie- zur Wissensgesellschaft. Er betrifft die Art und Weise, wie wir unsere Welt wahrnehmen und interpretieren. Kinder wachsen heute in einer kulturell vielfältigen, sozial komplexen, hoch technisierten Welt auf, die beschleunigten Wandel aufweist, individuelle Freiheit zum hohen Gut erhebt, räumliche und zeitliche Besonderheiten anerkennt und die Orientierung in hohem Masse zur individuellen Herausforderung werden lässt.“ [i]

Diese Sätze zeigen, dass unsere Kinder stetig gesellschaftlichen Veränderungen unterliegen und höchst wandelbar sein müssen. Veränderungen beginnen schon, wenn das Baby aus dem Mutterleib ins Leben gepresst oder auch geholt wird (Kaiserschnitt). Plötzlich ist es nicht mehr eng umgeben von 37 Grad süßem Fruchtwasser, sondern spürt schlagartig die kühle Luft, Helligkeit, oft lärmende Umgebung und Schwerkraft. Zum ersten Mal entfalten sich die Lungen und das Baby atmet selbständig. Instinktiv nimmt nun Mama oder Papa das Neugeborene in den Arm, um das Baby von den neuen Eindrücken zu beruhigen, ihm Schutz und Geborgenheit zu gewähren. Nach der Geburt wird das Neugeborene minutenlang gehalten, bis es zum ersten Mal vom Kinderarzt und der Hebamme untersucht wird. Aber im Herzen begleiten wir Eltern unsere Kinder ein Leben lang.

Durch die Geburt meiner Kinder, die mir von Beginn an blindes Vertrauen, Liebe und tiefste Verbundenheit entgegengebracht haben, lernte auch ich wahre Veränderungen kennen. Oscarpreisverdächtig kannte ich meine bisherigen Rollen als Babysitter, Tochter, Studentin, Partygängerin, Freundin, Kollegin und Psychologin in- und auswendig. Doch durch meine Kinder lernte ich, als Neue in der Mutter-Szene, überwältigende Gefühle der Fürsorge und Liebe sowie Selbstlosigkeit kennen. Meine Kinder sind momentan der Mittelpunkt und Sinn meines Lebens, denn durch sie fühle ich mich auf lange Sicht gebraucht und geliebt. Täglich beobachte ich mit Freude, wie sie jeden Tag dazulernen.

Nach der Geburt meines ersten Kindes kam zusätzlich ein neuer Part in mein Leben: die Löwin mit Superkräften. Bisher würde ich ganz stumpf sagen, waren mir nur ein gewisser Egoismus, Karriere, Aussehen und gleichberechtigte Partnerschaft wichtig, doch plötzlich umsorgte ich wachsamer als wachsam „mein Junges“ und wollte es physisch und psychisch nach bestem Gewissen großkriegen! Immer wieder versuche ich durch die Augen meiner Kinder zu blicken, zu sehen, was sie sehen und inspiriert. Das kindliche, egozentrische Weltverständnis bringt mich leider viel zu schnell und oft zur Weißglut, doch besteht ihre Motivation ganz einfach nur aus ihren Bedürfnissen und Wünschen.

Nach sorgsamer Familienplanung wurden dann plötzlich traditionellere Arbeitsteilungen mit Ehemann, finanzi­elle Abhängigkeit und ein 24-Stunden-Baby zum Alltag. In der Pubertät hatte ich schon starke Emotionen ken­nengelernt, doch mit der Schwangerschaft und dem Mama-Dasein wurde mir die ganze Palette meiner Hor­mone und Emotionalität noch viel nähergebracht. Als wäre das nicht schwierig genug, werde ich täglich aufs Neue mit anderen (kinderlosen) Frauen- und Mutterbildern konfrontiert. Rabenmutter, Karrieretussi, Hausfrau oder Heimchen-Mami, jede Frau muss sich dauernd rechtfertigen, vor dem Staat, dem Arbeitgeber, dem Ehemann, den Eltern und als wäre das nicht genug, auch noch vor den eigenen Freundinnen. Und doch scheint es keine Frau irgendwie richtig zu machen!

Mit diesem Buch beschreibe ich meinen Weg ins Mama-Dasein, wie ich es in den ersten drei Lebensjahren meiner Tochter geschafft habe, meine persönliche Mutteridentität zu finden, wertzuschätzen, vor anderen rechtzufertigen, zu entwickeln und zu festigen.

Nach den meisten Kapiteln sind Informationen und/oder bewährte Tipps zu finden. Zusätzlich können Sie eigene Gedanken und persönliche Notizen nach vielen Kapiteln hinzufügen.

Nutzen Sie die Anregungen, die Ihnen gefallen und leben Sie ihre eigene Mutterrolle, die Ihnen guttut! Alleine, dass Sie dieses Buch in Händen halten und lesen, zeigt doch, was für engagierte Eltern, wie reflektiert und interessiert Sie sind…

Viel Freude!

Auf einmal bin ich Mutter! (S.14-18)

(Fiona ist 3 Tage alt)

 „Geboren wird nicht nur das Kind durch die Mutter,

sondern auch die Mutter durch das Kind.“

Getrud von Le Fort (1876-1971)

Nachdem unsere Tochter Fiona geboren wurde, blieben mein Mann Ralph und ich mit ihr für zwei Nächte im Krankenhaus in einem gemütlichen Familienzimmer.

An Schlafen war dort nicht zu denken, denn ich war viel zu sehr damit beschäftigt mein Baby anzuhimmeln, es zu beobachten und kennenzulernen. Diese Geräusche, die es machte, waren faszinierender als alles andere auf der Welt. Ob irgendwo ein neuer Präsident gewählt wurde, oder ein Kreuzfahrtschiff von Piraten gekapert worden war, interessierte mich einfach nicht die Bohne. Meine vollständige Konzentration richtete sich auf mein Neugeborenes, was ich geboren hatte!

Ich bin so froh, dass es dir gut geht und dass du nun da bist, flüsterte ich in Gedanken zu meinem Baby.

Sobald ich es bewunderte, verschwanden meine Erschöpfung, die Schmerzen und das Wundgefühl. Fasziniert schaute ich diesen zarten Körper mit den winzigen Händen und Füßchen an und genoss den innigen tiefen Blick, wenn Fiona ihre Augen öffnete und mich ansah. Immer wieder beobachtete ich auch Ralph, wie er die Kleine glücklich betrachtete und mit ihr kuschelte. Die Angst, irgendetwas zu verpassen, ließ mich einfach nicht zur Ruhe kommen.

Wir hätten die gemeinsame erste Zeit dort zu dritt viel mehr genossen, wenn wir nicht dauernd von Kran­kenschwestern, Stillberaterinnen, Ärzten, einer Fotografin und weiterem Personal gestört worden wären. Spätestens alle zwei Stunden kam jemand vorbei, auch in der Nacht, das ist nicht übertrieben. „Was möchten Sie heute Mittag essen?“, wurde ich beispielsweise morgens um 7.40 Uhr gefragt, obwohl ich das doch schon schriftlich am Vortag ausgefüllt hatte!

Endlich ging es dann nach Hause und ich freute mich darauf, mich von der Geburt und auch vom anschließenden Krankenhausaufenthalt in unserer Ruhe-Oase zu erholen und unser Töchterchen so richtig bei uns ankommen zu lassen. Aus unserem stabilen Pärchen-Duo ist nun ein Trio geworden: Wir sind ab jetzt eine richtige Familie! Und unser kleines Wunder ist wirklich wahr geworden und heißt Fiona.

Ich konnte meine Blicke gar nicht von ihr abwenden und nichts auf der Welt erschien mir nun wichtig, außer ganz, ganz viel Zeit mit meinem Baby verbringen zu können…

Fionas kräftige Stimme überraschte mich sehr, wenn sie weinend ihren Hunger kundtat. Von nun an waren wir (mit) zuständig für die körperliche, intellektuelle und moralische Entwicklung eines solch winzigen Menschleins…

Werden wir das schaffen?

Wird Fiona einmal sagen können, dass sie eine schöne Kindheit hatte?

Werden wir gute Eltern werden?

Fragen, die ich mehr oder weniger bewusst erst einmal beiseiteschob…

Zu Hause hielt ich Fiona im Arm, während ich im Arm meines Mannes lag. Ich schnupperte an ihr und sog ihren Geruch tief ein. Wir genossen diese Verbundenheit und Innigkeit und immer mal wieder huschte ein Engelslächeln über Fionas kleines, zartes Gesicht. Ich erinnere mich noch genau an diesen Moment voll tiefster Liebe und Zärtlichkeit. Irgendwann wurde Fiona dann wach und hatte Hunger. Gott sei Dank war nun auch meine Hebamme da.

„Meinen allerherzlichsten Glückwunsch, Marie! Das ist ja eine wunderschöne Tochter, die du da zur Welt gebracht hast“, gratulierte mir meine Hebamme aufrichtig.

Ich war so stolz!

Ungestört zeigte mir die erfahrene Hebamme in heimeliger Atmosphäre, wie das Stillen klappt. Ich fand, dass es bei anderen immer so einfach aussah…

Nachmittags besuchten uns meine Eltern und Großeltern, die es kaum erwarten konnten, ihr Enkel- bzw. Urenkelkind kennenzulernen. Ich freute mich riesig darauf und erlebte diesen Augenblick voller Freude.

Ralph hatte Pizza bestellt, die wir genüsslich aus Pappkartons aßen, während ich auf einem weich gepolsterten Sitzring saß, um meine Dammnaht zu schonen (obwohl mir gesagt wurde, dass ich das lieber nicht machen soll, da sonst noch mehr Druck auf den Beckenboden ausgeübt werden würde). Alle waren voll zufrieden und konnten ihre Blicke kaum von Fiona wenden.

Wie kann das sein, dass ich ein Baby habe, gleichzeitig aber selber ein Kind meiner Mutter bin und meine Mutter auch noch Kind ihrer eigenen Mutter, also meiner Oma, ist?

Fiona wanderte von Arm zu Arm und jeder, der sie ansah, war ihrem Babyzauber erlegen. Nach zwei Stunden quartierte sich mein Familienbesuch wieder in ihr Hotel ein, was sehr angenehm war, da ich sie anrufen konnte, wenn ich sie brauchte und gleichzeitig wieder den nötigen Abstand hatte, damit Ralph, Fiona und ich uns aneinander gewöhnen konnten.

Bewährte Tipps für den Umgang mit einem Neugeborenen

  • Ein Baby braucht achtsame, liebevolle und verlässliche Eltern.
  • Es ist hilfreich, sich in das Baby hineinzufühlen, um seine Bedürfnisse zu erkennen.
  • „Das beste Mittel dafür ist, viel Zeit miteinander zu verbringen, aufmerksam zu beobachten und auszuprobieren. Besonders wichtig für Neugebo­rene oder überhaupt für kleine Babys ist, dass ihre Eltern unmittelbar auf die geäußerten Bedürfnisse reagieren. Und das heißt wirklich: sofort!“
  • Babys können ihre Emotionen noch nicht selbst regulieren und brauchen dazu elterliche Hilfe.
  • „Die schlaflosen Nächte fallen einem oft ein wenig leichter, wenn man die Erwartungen runterschraubt- dann ist es nicht ganz so schrecklich, wieder einmal aufstehen zu müssen. […] Zwingen Sie Ihr Baby nicht mit Gewalt zum Schlaf und gestehen Sie ihm zu, dass es noch nicht so funktionieren muss wie ein Erwachsener.“
  • Allgemein ist es gut, aufs Bauchgefühl bzw. auf die eigene Intuition hören.
  • Viel mit dem Kleinen in Babysprache zu reden, fördert die Bindung, beruhigt und hilft dem Baby bei der Erlernung der Sprache (Beispiele: „Endlich bist du da“, „Was sagst du mir?“, „Liegst du weich?“, „Möchtest du noch kuscheln?“, „Ich ziehe dir eben eine neue Windel an.“, „Hier bei mir bist du sicher“, usw.).
  • Eigene Gedanken/ Notizen: