Ammenmärchen über das Stillen

In den vielen Jahren Stillberatung verfolgen mich (und die jungen Mütter) bis heute immer wiederkehrende „Ammenmärchen“, welche die jungen Mütter verunsichern. Die Hauptaufgabe der Stillberatung ist, Fehlinformationen auszuräumen und die Mütter in ihrem Selbstwertgefühl und Vertrauen in ihren Körper und ihre Intuition zu unterstützen.

Die 12 häufigsten „Märchen“, welche Mütter verunsichern:

  1. „Die Vormilch (das Kolostrum) reicht nicht aus, um ein Neugeborenes zu sättigen.  Darum muss man einem Neugeborenen Tee und/oder Glucose verabreichen, solange die reife Muttermilch noch nicht eingeschossen ist.“
  2. „Muttermilch kann Koliken verursachen.“
  3. Wenn Babies Luft schlucken, führt das zu Koliken.“
  4. „Babies müssen von Anfang an zu festen Stillzeiten erzogen werden.“
  5. „Die Abstände zwischen den Stillmahlzeiten müssen mindestens 2 Stunden betragen, da auf keinen Fall unverdaute auf verdaute Nahrung treffen darf.“
  6. „Ein Neugeborenes kann leichter aus der Flasche als an der Brust trinken.“
  7. „Stillhütchen haben keinen Einfluss auf die Milchbildung.“
  8. „Mit blutigen Brustwarzen darf nicht weiter gestillt werden.“
  9. „Bei Milchstau/Brustentzündung hilft nur ein Antibiotikum.“
  10. „Bei Milchstau/Brustentzündung muss die Stillende weniger trinken, um die Milchproduktion zu hemmen.“
  11. „Die Brüste fühlen sich weich an und sind leer getrunken, also kann nicht genug Milch vorhanden sein.“
  12. „Babies müssen ab vier Monaten Beikost erhalten.“

Fragen Sie mich gerne, wie es sich tatsächlich verhält.

 

2 Einträge im “Ammenmärchen über das Stillen

  • 28. März 2020 at 21:32
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    Danke für diesen Artikel!

    Meine Tochter ist nun 8 Monate alt und wir stillen fröhlich weiter (ich frage mich manchmal, wer hier eigentlich der aktive Part ist? Stille ich? Stillt nicht eigentlich viel mehr das Baby?).
    Von Anfang an nach Bedarf. Von Anfang an so, als sei es genau das, was es ist: Das Natürlichste der Welt.

    Und die Kommentare aus der Steinzeit aren auch von Anfang an mit dabei!
    – Mastitis! Du darfst jetzt nicht weiter stillen!
    – „Das Baby wird nicht satt, deine Milch reicht nicht! Du musst zufüttern!“ (Hm. Es clustert und die Natur macht das schon.)
    – „Sie fordert die Aufmerksamkeit ja ganz schön ein, verwöhnst du sie nicht zu sehr, wenn du sie jetzt sofort nimmst und stillst? Muss man sie nicht auch mal schreien lassen? Früher hat man Babies nur alle vier Stunden gefüttert“ (Sie kann leider noch nicht selbst an den Kühlschrank gehen. Natürlich darf sie an die Brust, wenn sie Hunger hat?)
    – Oh, und natürlich der Klassiker: „Sie müssen jetzt mit Beikost beginnen!“ (Mausi 4 Monate alt und sowas von nicht bereit)

    Es gibt bestimmt ganz selten Fälle, in denen die Milch einfach nicht reicht. Und dann ist die Ersatznahrung sooo wertvoll. Aber ganz oft wird den jungen Müttern doch von Anfang an suggeriert, sie müssten jetzt aber dringend mal zufüttern – und schon ist das hochintelligente, körpereigene Milchproduktions-System gestört.
    Mir wurde zum Beispiel ein Flaschennahrung-Aufwärm-Dingsbums geschenkt und auf meine ehrliche Frage, wann ich das denn brauche, kam ganz selbstverständlich: „Ja, wenn deine Milch nicht reicht. Das kommt irgendwann automatisch und dann musst du Fläschchen geben!“ … Achso. Okay.

    Und irgendwann muss sicher auch jedes Kind lernen, dass es nicht immer an die Brust kann (Aber man hört natürlich auch immer wieder von diesen verzogenen 17-Jährigen, die dauernd nachts zum Stillen in Mamas Bett krabbeln!*Ironie aus*).

    Aber in aller Regel ist es doch so, dass es natürlich seinen Gang geht. Junge Mamas sollten sich nicht verunsichern lassen und mehr auf Blogs wie diesem lesen oder eine Stillberatung in Anspruch nehmen 🙂

    LG Sarah

    Antworten
    • 10. Mai 2020 at 21:19
      Permalink

      Liebe Sarah, ganz herzlichen Dank für den Kommentar, der so wunderbar aus dem Leben mit einem Stillkind berichtet! Ich hoffe, dass er andere Frauen ermutigt, mehr aus dem Bauch heraus zu entscheiden und handeln, weil dies den Müttern die Stillbeziehung vereinfacht und zu einer wunderbaren Erfahrung machen kann. Alles Gute für Sie!

      Antworten

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